Willkommen zurück zum zweiten Teil unserer Aufklärungsreihe zum Thema Bildnisse bzw. was es mit dem Recht am eigenen Bild auf sich hat. In unserem letzten Blogpost haben wir dir die Grundlagen zum Thema Bildnis im Social Media-Kontext sowie deine Rechte verraten. Aber bevor du nun sämtliche deiner Social Media-Kontakte abmahnen und dir dabei ins Fäustchen lachen willst, solltest du noch etwas wissen: Laut dem deutschen Gesetz gibt es vier Ausnahmen, bei denen es jeweils keiner Einwilligung für die Veröffentlichung eines Bildnisses bedarf. Dürfen wir vorstellen?

1. Bildnisse aus dem Bereich der Zeitgeschichte:

Hier ist erst einmal abzuwägen, ob die Öffentlichkeit ein berechtigtes Interesse an der Veröffentlichung des Fotos hat – ein solches Interesse besteht zum Beispiel, wenn du ziemlich fame bist. Allerdings ist das öffentliche Interesse immer mit dem Persönlichkeitsrecht der fotografierten Person abzuwägen. Vielleicht ist dir ja auch schon aufgefallen, dass es so gut wie keine Informationen zu Stefan Raabs Privatleben gibt. In seinem Fall dürfte also über alle Aktivitäten bezüglich seiner Karriere berichtet werden, aber nicht über private Situationen – diese sind einfach nicht relevant für die Öffentlichkeit. Aber warum darf dann so viel über das Privatleben von Sarah und Pietro Lombardi berichtet werden? Weil die beiden die Türen zu ihrem Privatleben selbst geöffnet haben, nämlich mit ihrer Doku-Soap auf RTL II.

2. Bildnisse, auf denen die Personen nur als Beiwerk neben einer Landschaft oder sonstigen Örtlichkeit erscheinen:

Wenn du also just in dem Moment durchs Bild läufst, in dem ein Touri unseren geliebten Kölner Dom ablichtet, und dieses Kunstwerk dann im Internet landet, ist das völlig legal.

3. Bilder von Versammlungen, Aufzügen und ähnlichen Vorgängen, an denen die dargestellten Personen teilgenommen haben:

Einmal FC, immer FC. Wenn du deinen Verein wie immer von der Südkurve aus anfeuerst und der Fanbuddy neben dir einen Schnappschuss von der Bombenstimmung im Stadion auf Facebook veröffentlichen will, dann darf er das.

4. Bilder, welche nicht auf Bestellung angefertigt sind, sofern die Verbreitung oder Schaustellung einem höheren Interesse der Kunst gilt:

Dieser Punkt ist für dich vermutlich ziemlich irrelevant. Hier geht es um Fotos, die als ein künstlerisches – und kein wirtschaftliches – Interesse fungieren.

Als wäre das nicht alles schon verwirrend genug, gibt es noch eine Ausnahme für die Ausnahmen: Die Veröffentlichung des Fotos darf nicht die berechtigten Interessen des Abgebildeten verletzen. Wenn du wissen willst, was es damit schon wieder auf sich hat, solltest du unseren nächsten Blogpost lesen. Also, halt mal schön die Augen offen. 😉