Social Media Monitoring - capinio - Social Media Agentur aus Köln

Die Zukunft ist vertikal – das zumindest behauptet Instagram-Gründer Kevin Systrom. Der ehemalige CEO, der die Plattform Mitte letzten Monats verließ, präsentierte im vergangenen Juni die neue Video-App IGTV und sendete damit ein deutliches Signal in Richtung YouTube und klassisches Fernsehen.

 

Generation Z schaut vertikal

 

IGTV ist eine eigenständige Videoanwendung, die innerhalb der Instragram-App und als Standalone-App verwendet werden kann. War es vorher nur möglich Videos mit einer Länge von bis zu 60 Sekunden zu posten, können verifizierte User bei IGTV nun Videos mit einer Länge von bis zu einer Stunde hochladen. „Normalen“ Usern stehen hingegen nur zehn Minuten zur Verfügung.
Der Content auf IGTV wird im vertikalen Format präsentiert, da die Videos ausschließlich auf mobilen Endgeräten geschaut werden können. Instagram will damit die Sehgewohnheiten der Generation Z ansprechen. Diese konsumiert Videoinhalte zunehmend auf mobilen Endgeräten, auf denen der Content im besten Fall im vertikalen Format konsumiert werden kann. Einen ähnlichen Versuch startete bereits die „Tagesschau-App“ im vergangenen Jahr. IGTV tritt damit auch in Konkurrenz mit der größten Videoplattform der Welt – YouTube – auf der Videoinhalte nach wie vor ausschließlich im klassischen Format veröffentlicht werden können. Das erzwingt auf mobilen Endgeräten ein „Kippen“ des Geräts, möchte man den Videoinhalt im Vollbild sehen.

 

Neue Möglichkeiten für Unternehmen

 

Das Feature bietet auch Marketern und Unternehmen neue Möglichkeiten. Die längere Videozeit erlaubt gezieltes Content Marketing mit ausführlicheren Videoinhalten einzusetzen. Beobachtet man die Entwicklungen der letzten Jahre, wird deutlich, dass die junge Zielgruppe authentische Videos aufwendig produziertem Content vorzieht. Beim Blick auf die zum Teil schwindelerregend hohen Klickzahlen einiger Vlogger auf YouTube, sollte man sich zumindest überlegen, authentischen Content auch auf dem eigenen IGTV-Channel zu adaptieren.
Ähnlich wie Instagram-Stories ist IGTV eine hervorragende Möglichkeit, einen Blick hinter die Kulissen zu ermöglichen. Damit kann man dem eigenen Unternehmen „ein Gesicht geben“ und Vertrauen stärken. Ein gutes Beispiel dafür ist der IGTV-Channel von Louis Vuitton. Hier wird unter der Rubrik „Documenting Louis Vuitton“ der Produktionsprozess von Planung bis zur letztendlichen Herstellung des Produkts dargestellt.  Für Unternehmen ist es sinnvoll, wiederkehrende Formate zu produzieren, um Follower langfristig an den eigenen Kanal zu binden. Außerdem ergibt sich mithilfe von IGTV die Möglichkeit dreifaches Storytelling zu betreiben – per Feed, Story und IGTV.

Die Designermarke Louis Vuitton gibt auf IGTV einen Einblick in den Produktionsprozess.

Zu früh für ein Fazit

 

Ob IGTV tatsächlich eine ernsthafte Konkurrenz zu YouTube darstellen kann, ist zu diesem Zeitpunkt – rund vier Monate nach Veröffentlichung der App – nur spekulativ. Bisher zeigt sich, dass vor allem diejenigen Videos gut performen, die kürzer als fünf Minuten sind. Außerdem spricht IGTV aktuell zum großen Teil jüngere Zielgruppen an, in Anbetracht der generellen Zunahme an mobil konsumierten Videoinhalten, ist jedoch davon auszugehen, dass die App mittelfristig auch ein breiteres Publikum ansprechen wird.
Von einem „Ende des Querformats“, das einige Experten bereits erwarteten, kann zum jetzigen Zeitpunkt jedenfalls noch nicht die Rede sein. Dennoch werden vertikal produzierte Inhalte in naher Zukunft wohl zunehmend an Relevanz gewinnen werden. Wir sind jedenfalls gespannt, was die Zukunft bringen wird und halten euch auf dem Laufenden!