Das Recht am eigenen BildDen Begriff Recht am eigenen Bild hat schon jeder einmal gehört. Doch was steckt eigentlich dahinter?
Wer hat es nicht wenigstens schon einmal erlebt? Man war gemeinsam mit Freunden unterwegs, es wurden eifrig peinliche Fotos geschossen und diese landen nun auf Facebook oder Instagram. Oder man gerät unfreiwillig vor die Linse eines Touris, der scheinbar jeden noch so unbedeutenden Winkel des Ortes ablichten möchte und so eifrig den Auslöser drückt als würde sein Leben davon abhängen, um Gott und die Welt per Social Media an seiner Reise teilhaben zu lassen. Aber ist das eigentlich erlaubt oder kann man sich gegen tollwütige Amateurfotografen wehren? Ist dieses sogenannte Recht am eigenen Bild vielleicht die Lösung?

 

Die schlechte Nachricht

In Deutschland gibt es kein Gesetz, dass Fotoaufnahmen von anderen Personen verbietet. Heißt: Jeder darf ein Foto von dir machen, auch wenn er dich gar nicht kennt. Wenn du das nicht willst, hast du Pech gehabt – zumindest kannst du keine rechtlichen Schritte einleiten.

 

Bildrecht - was ist erlaubt, was nicht?Die gute Nachricht zum Recht am eigenen Bild

Anders sieht es aus, wenn dieses Foto veröffentlicht wird. Hier greift nämlich das Recht am eigenen Bild, von dem du vielleicht schon gehört hast. Dabei gilt, dass Bildnisse nur mit Einwilligung der abgebildeten Personen verbreitet werden dürfen. Wenn jemand also ein Foto von dir macht und es ohne deine Einwilligung auf einer Social Media-Plattform (oder irgendwo anders) veröffentlicht, dann ist das ziemlich kriminell.

 

Aber was ist denn eigentlich ein Bildnis?

Voraussetzung für ein Bildnis ist, dass man dich auch wirklich identifizieren kann. Hier geht es nicht nur um dein Gesicht, sondern auch andere auffällige körperliche Merkmale, an denen man dich erkennen kann (zum Beispiel Tätowierungen, Muttermale etc.). Bist du auf dem Foto selbst für deine Familie unkenntlich gemacht – beispielsweise durch Verpixelung – liegt auch kein Bildnis vor. Ein schwarzer Balken vor den Augen reicht in der Regel übrigens nicht aus. Als Hilfestellung kann die Frage dienen, ob Mama und Papa dich auf dem Foto noch erkennen können.

 

Und wer darf nun alles eine Einwilligung erteilen?

Wenn du neben anderen Personen auf dem Foto abgebildet bist, darfst natürlich nur du für dich selbst einwilligen, dass es veröffentlicht wird. Wenn du Cash fürs Foto angenommen hast, zählt das übrigens auch als Einwilligung deinerseits. Ebenfalls ganz nett zu wissen: Nach dem Tod einer abgebildeten Person geht das Recht am Bild für zehn Jahre an die Angehörigen weiter.

Außerdem gibt es noch ein paar Ausnahmen, wo jeweils keine Einwilligung zur Veröffentlichung eines Fotos nötig ist. Was es damit auf sich hat, verraten wir dir im nächsten Blogpost. Hier kannst du den Gesetzestext zum Recht am eigenen Bild nachlesen. Wenn du grundsätzlich Interesse an Social Media-Themen hast, wirf doch mal einen Blick in unseren Blog.