Was hat sechs Buchstaben, verwandelt uns in Sekundenschnelle in Gesangstalente und war 2018 die am häufigsten heruntergeladene App? Richtig: TikTok. Noch nie davon gehört? Dann wird’s aber höchste Zeit!

TikTok ist eine (Kurz-)Videoplattform für das Smartphone, auf der User Videos aufnehmen, diese mit bekannten Songs, Filmszenen und speziellen Effekten unterlegen und mit anderen Usern teilen können. Ziel ist es besonders kreative und lustige Videosequenzen zu erstellen oder sein Gesangstalent zu präsentieren. In der Regel dauern die Videos bis zu 15 Sekunden, Videosequenzen mit einer Länge von bis zu einer Minute sind aber auch möglich. Das Prinzip der Plattform ähnelt dabei ein wenig der Funktionsweise von Instagram. Neben dem Feed gibt es auch eine Such- und Trendfunktion.

Aus musical.ly wird TikTok

Auf der Suche nach den Wurzeln von TikTok stößt man unweigerlich auf den Namen Beijing Bytedance Technologie – kurz ByteDance. Bytedance ist ein chinesisches Technologieunternehmen, aus dem unter anderem die Nachrichtenplattform Toutiao und eben auch TikTok hervorgingen.
Ursprünglich war TikTok unter dem Namen musical.ly bekannt. Vor knapp zwei Jahren kaufte Bytedance die App für rund 800 Millionen US-Dollar auf und führte sie im August 2018 mit TikTok zusammen – der Erfolg begann. Laut „manager magazin“ war es 2018 das wertvollste Start-up der Welt, noch vor Uber und Airbnb – obwohl hierzulande viele die App überhaupt nicht kennen. Gründer von Bytedance ist Zhang Yiming, ein chinesischer Entwickler, der mit einem geschätzten Vermögen von rund 16,2 Milliarden US-Dollar mittlerweile zu den reichsten Menschen Chinas gehört.

Über 10 Millionen Aufrufe in wenigen Tagen

Allein in Deutschland verfügt TikTok über rund vier Millionen monatlich aktive Nutzer. Rund die Hälfte davon ist weiblich. Im Durchschnitt verbringen die Nutzer 39 Minuten pro Tag in der App – eine Menge Potenzial, um User zum Kauf der eigenen Produkte zu animieren. Anfang des Jahres ist bekannt geworden, dass TikTok auch Werbeschaltungen testet. Bei den enormen Nutzerzahlen nur eine logische Schlussfolgerung. Aufmerksame Beobachter rechneten mit diesem Schritt schon länger, denn auch musical.ly spielte kurz vor der Übernahme durch TikTok mit dem Gedanken, Werbung in die App einzubauen.
Das enorme Werbepotenzial setzen manche Firmen bereits heute um. Gesponsorte Hashtags in den Trends und eigene Filter sind zur Normalität geworden. Werbung mit Memes und Trends verbinden – das ist am Zahn der Zeit. Das dachte sich auch die lange Zeit als etwas verstaubt verschriene OTTO Group. Mit ihrer erst vor wenigen Tagen gestarteten #MachDichzumOTTO-Kampagne verbuchen sie mittlerweile unfassbare 12,7 Millionen Aufrufe. Was für eine Reichweite!

Obwohl ursprünglich für 13-jährige Jugendliche entwickelt, versucht TikTok mittlerweile zunehmend auch ein älteres Publikum anzusprechen. Die Idee, unterhaltsame Clips mit User-generated-Content (also Inhalte, die ausschließlich von den Usern hochgeladen werden) zu verbinden, spricht eine breite Masse an. Ein Blick in die Welt der kurzen und unterhaltsamen Videos lohnt sich zweifelsfrei für Werbetreibende – versprochen!